Wie der Säure-Basen-Haushalt im Körper funktioniert

Wie der Säure-Basen-Haushalt im Körper funktioniert

 

Überblick:

 

Der Säure-Basen-Haushalt – ein empfindliches Gleichgewicht

Der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, in einem sehr engen pH-Bereich zu funktionieren. Schon kleine Abweichungen würden lebenswichtige Stoffwechselprozesse beeinträchtigen. Deshalb verfügt der Organismus über mehrere ausgeklügelte Systeme, um das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen zu regulieren.

Im Alltag gerät dieses Gleichgewicht jedoch zunehmend unter Druck. Unsere heutige Lebensweise unterscheidet sich stark von der Lebensweise früherer Generationen. Viele Menschen ernähren sich sehr zuckerreich, konsumieren große Mengen einfacher Kohlenhydrate, essen viel Fleisch – besonders Schweinefleisch, trinken Alkohol oder süße Getränke und greifen häufig zu stark verarbeiteten Lebensmitteln. Dazu kommen Rauchen, chronischer Stress, Bewegungsmangel und langes Sitzen.

All diese Faktoren führen im Stoffwechsel zur Bildung zusätzlicher Säuren.


Wie der Körper Säuren normalerweise ausscheidet

Zu Beginn kann der Körper mit dieser Belastung erstaunlich gut umgehen. Er besitzt mehrere Ausscheidungsorgane, die Säuren neutralisieren oder ausleiten können.

Die Lunge spielt dabei eine wichtige Rolle. Über die Atmung wird Kohlensäure in Form von Kohlendioxid abgegeben. Dieser Prozess läuft ständig ab und hilft, den pH-Wert stabil zu halten.

Die Nieren filtern täglich große Mengen Blut und scheiden überschüssige Säuren über den Urin aus. Gleichzeitig regulieren sie wichtige Mineralstoffe im Körper.

Der Darm verarbeitet täglich viele Lebensmittel, verteilt wichtige Stoffe im Körper und scheidet den Rest aus.

Auch die Haut ist ein bedeutendes Ausscheidungsorgan. Über hunderttausende Schweiß- und Talgdrüsen können Stoffwechselprodukte abgegeben werden. Tatsächlich besitzt die Haut pro Quadratzentimeter bis zu 600 Schweißdrüsen.

Solange diese Systeme ausreichend arbeiten können, bleibt der Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht.


Wenn der Körper überlastet wird

Problematisch wird es, wenn dauerhaft mehr Säuren entstehen, als der Körper ausscheiden kann. In dieser Situation greift der Organismus zu einem Schutzmechanismus: Er beginnt, Säuren chemisch zu neutralisieren.

Für diesen Neutralisationsprozess benötigt der Körper Mineralstoffe. Diese Mineralstoffe werden zunächst aus der Nahrung verwendet. Wenn die Ernährung jedoch nicht genügend davon liefert, greift der Körper auf eigene Reserven zurück. Mineralstoffe sind im Organismus in verschiedenen Geweben gespeichert – beispielsweise in Haaren, Nägeln, Zähnen und Knochen.

Der Körper entscheidet dabei nach Priorität. Zuerst werden weniger lebenswichtige Bereiche genutzt. Haare können dünner werden oder ausfallen, Nägel werden brüchig. Bleibt die Belastung bestehen, werden später auch wichtigere Depots angezapft – etwa die Mineralstoffe der Knochen.

Langfristig kann dieser Prozess zu sogenannten Entmineralisierungen führen.


Strukturprobleme durch Mineralstoffverlust

Wenn der Körper über längere Zeit Mineralstoffe zur Neutralisation von Säuren nutzt, können strukturelle Veränderungen entstehen. Diese betreffen vor allem Gewebe, die stark mineralisiert sind.

Mögliche Folgen können sein:

  • Karies oder Parodontose
  • brüchige Nägel und Haarverlust
  • Schwäche des Bindegewebes
  • Bandscheibenprobleme
  • Muskel- und Sehnenverletzungen
  • Arthrose oder Osteoporose

Der Körper versucht auf diese Weise lediglich, das innere Gleichgewicht zu stabilisieren. Doch dieser Ausgleich kostet langfristig Substanz.


Wenn Säuren im Gewebe gespeichert werden

Neben der Neutralisation nutzt der Körper eine weitere Strategie: Er lagert überschüssige Säuren im Gewebe ein. Besonders häufig geschieht dies im Bindegewebe.

Diese Einlagerungen können verschiedene Veränderungen verursachen. Das Gewebe wird fester, weniger elastisch und kann Wasser binden. Dadurch entstehen typische Erscheinungen wie Cellulite, Wassereinlagerungen oder Gewichtszunahme.

Auch in Gelenken können sich Stoffwechselprodukte ablagern. Dadurch können Beschwerden entstehen, die häufig mit Gicht oder anderen Gelenkproblemen in Verbindung gebracht werden.

Solche Ablagerungen werden in der Naturheilkunde häufig als Verschlackung bezeichnet.


Weitere Auswirkungen von Ablagerungen

Wenn Stoffwechselprodukte über längere Zeit im Gewebe verbleiben, können verschiedene Reaktionen auftreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Verhärtungen im Gewebe
  • Verspannungen der Muskulatur
  • Gelenkbeschwerden
  • Durchblutungsstörungen
  • Veränderungen im Bindegewebe

Auch Gefäße können betroffen sein. Ablagerungen können langfristig zu Veränderungen führen, die mit Bluthochdruck oder Arteriosklerose in Verbindung gebracht werden.


Wenn der Körper verstärkt ausscheidet

Neben Neutralisation und Einlagerung versucht der Körper häufig auch, Säuren verstärkt auszuscheiden. Dabei nutzt er verstärkt die Haut oder Schleimhäute.

Typische Erscheinungen können sein:

  • starkes Schwitzen
  • Hautunreinheiten
  • Ekzeme oder Juckreiz
  • Pickel oder Akne
  • Schuppen oder Hautirritationen

Auch Beschwerden im Verdauungstrakt oder im Harnsystem können auftreten, wenn der Körper versucht, Stoffwechselprodukte auszuscheiden.


Eine Besonderheit bei Frauen

In der Naturheilkunde wird häufig darauf hingewiesen, dass Frauen während ihrer fruchtbaren Jahre einen zusätzlichen Ausscheidungsweg besitzen: die monatliche Menstruation.

Schon Hildegard von Bingen beschrieb im 12. Jahrhundert, dass Frauen auf diese Weise regelmäßig „schlechte Säfte“ ausleiten. Manche Naturheilkundler vermuten, dass dieser Prozess eine Rolle dabei spielen könnte, dass Frauen statistisch häufig länger leben.

Wird die natürliche Periode durch hormonelle Verhütung dauerhaft unterdrückt, kann dieser zusätzliche Ausscheidungsweg entfallen. Einige Experten sehen darin einen möglichen Einflussfaktor auf bestimmte Beschwerden.


Die Lösung: eine basische Lebensweise

Die Grundlage für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt ist eine möglichst natürliche Lebensweise. Besonders wichtig ist dabei die Ernährung.

Betrachtet man traditionelle Ernährungsformen, zeigt sich häufig ein Verhältnis von etwa 80 Prozent pflanzlicher Nahrung zu 20 Prozent tierischer Nahrung. Diese Kombination führt zu einem überwiegend basischen Stoffwechsel. Welche Lebensmittel basisch und welche säurebildend sind können Sie hier sehen. 

Neben der Ernährung spielen weitere Faktoren eine Rolle:

  • Bewegung aktiviert den Stoffwechsel und unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten.
  • Eine gute Darmfunktion hilft, Stoffwechselreste auszuscheiden.
  • Die Nieren benötigen ausreichend Flüssigkeit, um Säuren auszuleiten.
  • Auch die Lunge spielt durch tiefe Atmung eine wichtige Rolle.


Die Haut – das oft unterschätzte Ausscheidungsorgan

Ein Bereich wird jedoch häufig unterschätzt: die Haut.

Über hunderttausende Schweiß- und Talgdrüsen besitzt sie enorme Kapazitäten zur Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Naturheilkundliche Anwendungen wie basische Bäder, basische Wickel oder basische Pflege können diese Funktion gezielt unterstützen.

Solche Anwendungen schaffen auf der Hautoberfläche ein leicht basisches Milieu und können damit die natürlichen Ausscheidungsprozesse der Haut unterstützen. Aufgrund des physikalischen Prinzips des Konzentrationsausgleichs – vergleichbar mit einem Osmoseprozess – entsteht ein Bestreben, ein Gleichgewicht zwischen dem eher sauren Gewebe und dem basischen Umfeld herzustellen. Dabei können Stoffwechselprodukte vermehrt an die Hautoberfläche abgegeben werden. Viele Anwender berichten nach solchen Anwendungen zudem von einem angenehmen Entspannungsgefühl sowie von einer spürbar weicheren und geschmeidigeren Haut.


Der Dreisprung der Entsäuerung

In der naturheilkundlichen Lehre nach Dr. h. c. Peter Jentschura wird häufig vom sogenannten Dreisprung der Entschlackung gesprochen.

Dabei geht es um drei Schritte:

  1. Zuerst müssen im Gewebe gebundene Stoffwechselrückstände gelöst werden.
  2. Anschließend werden sie neutralisiert.
  3. Im letzten Schritt werden sie über Ausscheidungsorgane aus dem Körper entfernt.

Dieser Prozess benötigt Zeit und funktioniert am besten, wenn mehrere Maßnahmen kombiniert werden: Ernährung, Bewegung und unterstützende Anwendungen. Idealer Helfer in dem Prozess kann das Fastentrio von Jentschura sein. 


Fazit

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein zentraler Bestandteil unseres Stoffwechsels. Moderne Lebensgewohnheiten können dieses Gleichgewicht jedoch stark belasten. Wenn der Körper dauerhaft mehr Säuren produziert, als er ausscheiden kann, beginnt er mit Neutralisation und Einlagerung. Dies führt zu körperlichen Beschwerden udn Schmerzen. Die Zeichen des Körpers sind erst klein und mit der Zeit werden stärker, so auch die Beschwerden größer und gefährlicher für unsere Gesundheit. Das rechtszeitige Handeln ist entscheidend!

Eine basische Lebensweise, eine natürliche basische Ernährung und die Unterstützung der körpereigenen Ausscheidungsorgane mit basischer Pflege können dazu beitragen, den Organismus wieder zu entlasten und das innere Gleichgewicht zu stabilisieren.


FAQ zum Säure-Basen-Haushalt

Was ist der Säure-Basen-Haushalt?
Der Säure-Basen-Haushalt beschreibt das Gleichgewicht zwischen sauren und basischen Stoffwechselprodukten im Körper. Dieses Gleichgewicht ist wichtig für viele Stoffwechselprozesse.

Wie entsteht eine Übersäuerung?
Eine erhöhte Säurebelastung kann durch ungesunde Ernährung, Stress, Bewegungsmangel, Alkohol oder Rauchen entstehen.

Welche Rolle spielen Mineralstoffe dabei?
Mineralstoffe helfen dem Körper, Säuren zu neutralisieren. Bei starker Belastung muss der Körper Mineralstoffe aus eigenen Geweben nutzen. Dies kann dann zu ersten Problemen und Beschwerden führen wie Haarausfall, brüchige Nägel, Karies bis hin zu Arthrose und Osteoporose.

Warum ist die Haut wichtig für die Entsäuerung?
Über Schweiß- und Talgdrüsen ist die Haut an der Ausscheidung verschiedener Stoffwechselprodukte beteiligt und übernimmt damit neben Nieren und Lunge eine ergänzende Funktion im Ausscheidungssystem des Körpers. Als größtes Organ des Menschen lässt sich ihre Aktivität vergleichsweise gut unterstützen. Anwendungen aus dem Bereich der basischen Pflege können dabei helfen, die Hautfunktion zu stimulieren und die natürlichen Ausscheidungsprozesse über die Haut zu fördern.

Was bedeutet eine basische Lebensweise?
Sie kombiniert eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit Bewegung, Stressabbau und unterstützenden Anwendungen wie basischen Bädern oder basischer Pflege.

 

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